Spanien „könnte“ Millionen von Wohnungen bauen

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Spanien verfügt über ausreichend Bauland, um fast 6,7 Millionen neue Wohnungen zu bauen. Das geht aus aktuellen Zahlen des Ministeriums für Wohnungswesen hervor, die auf bestehenden Bebauungsplänen und Satellitenbildern basieren. Dabei handelt es sich vor allem um Bauland, das nach der Immobilienkrise von 2008 übrig geblieben ist, als viele Projekte eingestellt wurden.

Diese ungenutzten Flächen sind über das ganze Land verteilt, vor allem aber in der Umgebung von Großstädten wie Madrid, Barcelona, Valencia und Sevilla. In vielen Fällen sind die Pläne bereits genehmigt und die grundlegende Infrastruktur teilweise vorhanden. Dennoch wurde jahrelang kaum etwas damit unternommen.

Nach Ansicht verschiedener Experten ist die Vorstellung, dass Spanien zu wenig Bauland hat, nicht richtig. Das eigentliche Problem ist, dass viele dieser Grundstücke nicht aktiv auf dem Markt angeboten werden. Sie befinden sich im Besitz von Banken, Investmentfonds, Gemeinden oder der „schlechten Bank” Sareb und bleiben oft bewusst ungenutzt.

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Unterdessen bleibt der Wohnungsmangel groß. Die Banco de España schätzt, dass derzeit etwa 700.000 Wohnungen fehlen. Vor allem junge Menschen und Familien spüren dies durch hohe Mieten und einen Mangel an erschwinglichen Kaufwohnungen.

Ein zusätzliches Problem besteht darin, dass sich viele verfügbare Baugrundstücke in Gebieten befinden, in denen die Nachfrage gering ist. Dort, wo die Menschen tatsächlich wohnen möchten, ist das Bauen aufgrund von Vorschriften und Verfahren oft teuer, langsam oder komplex. Dadurch entspricht das Angebot an Grundstücken nicht der tatsächlichen Nachfrage nach Wohnraum.

Experten weisen darauf hin, dass eine aktivere Politik erforderlich ist. Wenn Behörden und große Grundstückseigentümer mehr Bauland zur Verfügung stellen oder selbst Projekte starten, kann dies zur Entlastung des Wohnungsmarktes beitragen. Ohne Eingriffe bleibt viel Potenzial ungenutzt.

Quelle: Agenturen